Höhlentier des Jahres 2021

Die Kleine Hufeisennase

(Rhinolophus hipposideros)

 

Foto 1 Kleine Hufeisennase Wikipedia F C Robiller fullHD 300x200 Höhlentier des Jahres 2021

Kleine Hufeisennase // Wikipedia // F. C. Robiller

Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von maximal 4,5 Zentimetern und einem Gewicht von gerade einmal 5 Gramm ist die Kleine Hufeisennase eine wirklich winzige Vertreterin unter den heimischen Fledermausarten. Typisch für die Kleine Hufeisennase ist der abgerundete obere Sattelfortsatz auf der Nase, der tatsächlich den Eindruck macht, als säße ein Hufeisen im Gesicht dieser kleinen Fledermaus. Erstmals beschrieben wurde sie vom deutschen Naturwissenschaftler Moriz Balthasar Borkhausen im Jahr 1792.

 

Foto 2 Kleine Hufeisennase Klaus Bogon fullHD 300x200 Höhlentier des Jahres 2021

Kleine Hufeisennase // Klaus Bogon

Thüringen ist deutschlandweit eines der wenigen Bundesländer, in denen die vom Aussterben bedrohte Art noch vorkommt. Der Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale besitzt eine besondere Bedeutung im Hinblick auf das Fortbestehen: Das Saaletal ist eines der letzten größeren Verbreitungsschwerpunkte innerhalb Deutschlands, insbesondere sind hier die Naturschutzgebiete „Buchenberg bei Krölpa“ und das Naturschutzgebiet „Pinsenberg“ zu nennen. Als typische Bewohner von Höhlen sind Kleine Hufeisennasen Sommer wie Winter auf unterirdische Lebensräume angewiesen. Während der Winterzeit nutzen die Fledermäuse über fünf Grad warme Quartiere wie Höhlen, Stollen oder geräumige Keller. In diesen geschützten, störungsfreien Räumen können sie ausgiebig Winterschlaf halten. Dabei hüllen sie sich komplett in ihre Flughäute ein. Um genügend Nahrung aufnehmen zu können, benötigen die kleinen Flugräuber abwechslungsreiche Landschaften, bestehend aus Laub- und Mischwäldern, Gehölzstrukturen wie Heckenrainen und Streuobstwiesen. Ihre Spezialität ist die Jagd von Bäumen aus: An einem Ast hängend – dabei hin und her schaukelnd – stoßen Kleine Hufeisennasen Rufe durch ihre Nase aus. Hat die Ultraschall-Echoortung einmal angeschlagen und ist Beute in Greifweite, begeben sie sich in Position zum Fangflug. Auf dem Speiseplan stehen Fluginsekten wie Nachtfalter, Schnaken und Mücken. Hin und wieder werden auch Käfer vom Boden genascht.

 

Die Hufeisennase steht für eine große Zahl von Tierarten, die auf frostfreie Rückzugsorte unter Tage angewiesen sind. Mit der Wahl der Kleinen Hufeisennase will der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher darauf hinweisen, dass gerade bei der Erforschung unterirdischer Ökosysteme und darin vorkommender Arten noch ein enormer Handlungsbedarf besteht. Lebensraumverluste durch Zerstörung von Quartieren und von strukturreichen Kulturlandschaften sind leider an der Tagesordnung. Auch setzen Gifte im Jagdgebiet (Insektizide) und in den Gebäudequartieren (Holzschutzmittel) Fledermäusen zu. In Deutschland hat sich das Verbreitungsgebiet seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts gravierend verkleinert. Heute sind nur noch 10 Prozent des ursprünglichen Areals besiedelt: Teile Mitteldeutschlands in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern.

 

Fotonutzung unter Angabe des Fotografen:

Foto 1 – Kleine Hufeisennase // Wikipedia // F. C. Robiller

Foto 2 – Kleine Hufeisennase // Klaus Bogon

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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