Natur des Jahres 2018

Naturparke Neuigkeiten am 16. April 2018

Hochgiftig und trotzdem Heilpflanze, ja sogar auch anderweitig sehr nützlich - kein Widerspruch bei diesem schönen Wolfsmilchgewächs - dem Rizinus.

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Wikipedia Dezidor

Der Rizinus
(Ricinus communis)

Diese Pflanze besitzt gleich mehrere Namen: Da wäre zunächst der botanische Name ricinus, was aus dem Lateinischen übersetzt „Zecke“ heißt. Und tatsächlich: Schaut man sich die Samen der Rizinus-Pflanze an, so erinnern sie unweigerlich an vollgesogene Zecken. Weitere gebräuchliche Bezeichnungen sind Christuspalme, Hundsbaum, Kreuzbaum und Wunderbaum. Letztere gründet sich auf eine biblische Erzählung, wonach die Pflanze zum Schutz des Propheten Jonas in Ninive in einer Nacht zum Baum aufgeschossen sei.

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Wikipedia H Zell

 

Der Rizinusstrauch zählt zur Familie der Wolfsmilchgewächse. Die Blütezeit reicht von August bis in den Oktober hinein – dann leuchtet er intensiv Tiefrot. Aufgrund seines imposanten Aussehens wird er vielerorts, vor allem in Gärten und Parkanlagen, als Zierpflanze gehalten. Auch im Gebiet des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale wird er in Kübeln oder Beeten angepflanzt. Die Blüten des Rizinus werden gern von Wespen und Wildbienen beflogen – sie sind willkommene Nektarquellen.

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Wikipedia Martina Nolte

 

Doch woher stammt der Rizinus wirklich? Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in Nordost-Afrika und dem Nahen Osten. Als Kulturflüchtling hat er sich allerdings weit bis in alle tropischen Zonen ausgebreitet. Unter perfekten klimatischen Bedingungen erreicht er dort Wuchshöhen von bis zu 13 Metern und bildet einen verholzten Stamm. Doch Vorsicht ist geraten: Die Samenschalen des Rizinus sind hochgiftig! Unzerkaut können sie Krampfanfälle hervorrufen, Brechreiz, Fieber und Herzrhythmusstörungen. Sie können, wenn binnen 48 Stunden keine Hilfe erfolgt, tödlich wirken.

Andererseits ist der Rizinus seit dem Altertum als Heilpflanze bekannt: Das blassgelbe Öl, das aus den Samen gewonnen werden kann, ist im Gegensatz zur Samenschale nicht giftig und wird als Abführmittel eingesetzt. Neben seiner medizinischen Anwendung kommt es in Mischung mit Methanol auch zur Schmierung von Verbrennungsmotoren im Modellbau zum Einsatz. Ja sogar als Rohstoff für Linoleumböden und in Kosmetikartikeln wird Rizinusöl verwertet. Auf jeden Fall scheint der Wunderbaum seit Jahrtausenden ein Faszinosum zu sein, denn Samen der Pflanze wurden sogar in ägyptischen Gräbern gefunden.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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