Schwäbische Waldbahn

Die Geschichte der Schwäbischen Waldbahn Welzheim entwickelt Pläne zur Bahnanbindung 1861 wurde die Remsbahn von Cannstatt nach Aalen/Wasseralfingen als wichtige Bahnstrecke in Betrieb genommen.
Im Juli 1905 stimmte die Königliche Regierung schließlich der Erbauung einer Bahnstrecke von Schorndorf über das Wieslauftal nach Welzheim zu. Die „Talbahn“ von Schorndorf bis Rudersberg konnte ohne Probleme gebaut werden und wurde am 27. November 1908 eingeweiht.
Die Arbeiten an der Bergstrecke hinauf nach Welzheim gestalteten sich sehr schwierig, denn fast das ganze Jahr 1910 hindurch gab es starke Regenfälle. Mehrere der riesigen, neu angelegten Dämme rutschten ab und die Strecke musste gegen den Berg verlegt werden. Doch am 24. November 1911 konnte die „Bergbahn“ nach Welzheim schließlich eröffnet werden, am 25. November 1911 startete dann der Fahrbetrieb. Mit der extremen Steigung von 1:40 zwischen Oberndorf und Breitenfürst war sie damals die steilste Adhäsionsbahn im Königreich.
An Sonntagen waren die Züge so sehr überbesetzt, dass junge Leute auf den Wagendächern Platz suchten und Schlepptender-Lokomotiven Klasse „B“ als Vorspannloks aushelfen mussten.
Wegen mangelnder Fahrgastzahlen stellte die Deutsche Bundesbahn den Personenzugverkehr 1980 zwischen Rudersberg und Welzheim ein. Acht Jahre später verursachten schwere Regenfälle einen Erdrutsch beim Grauhaldenhof, was die DB zum Anlass nahm, die sofortige und komplette Betriebseinstellung der Bergstrecke zwischen Rudersberg und Welzheim zu verfügen, auch für den Güterverkehr. Der Rumpfbetrieb erfolgte zwischen Schorndorf und Rudersberg.

© Naturpark SFW Archiv
Die Talbahn wird mit dem Wiesel gerettet
1986 waren die Fahrgastzahlen zwischen Schorndorf und Rudersberg auf 1125 täglich geschrumpft. Die DB stellte nun den Antrag, auch die Talbahn auf Busbetrieb umzustellen. Aufgeschreckt ließen das Landratsamt Rems-Murr und die Kommunen Schorndorf und Rudersberg ein Gutachten anfertigen, das die Erhaltung der Bahn empfahl und eine tägliche Fahrgastzahl von 2500 Personen prognostizierte. Gemeinsam gründeten sie den Zweckverband Verkehrsverband Wieslauftalbahn (ZVVW). Es wurden moderne Triebfahrzeuge angeschafft und die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) als Betreiber gefunden. Eine Erfolgsgeschichte: Mit dem Start im Jahr 1995 benutzten über 4000 Fahrgäste die Züge und sehr bald erhielt die Bahn den liebevollen Namen „Wiesel“.
Die brachliegende und zunehmend von der Natur überwucherte Bergstrecke empfanden viele Anwohner:innen und Bahnfans als beklagenswerten Missstand. Zwar war die Strecke mit den eindrucksvollen Viadukten und hübschen Bahnhofsgebäuden seit 1992 unter Denkmalschutz gestellt worden – allerdings als sehr stilles und zunehmend verfallendes Kulturdenkmal. Bis zum Jahr 2000 mehrten sich die Stimmen für eine Reaktivierung des Bahnverkehrs von Rudersberg nach Welzheim im Rahmen einer Museumsbahn. Schulter an Schulter setzten sich dafür Bürgermeister Holzner, der Gemeinderat der Stadt Welzheim und der Förderverein Welzheimer Bahn ein. Die Schwäbische Waldbahn GmbH wurde gegründet. Im Sommer 2000 begannen die Bauarbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Strecke. Am 8. Mai 2010 war es dann so weit: Die historischen Züge fahren endlich wieder durchs Wieslauftal nach Welzheim hinauf – und zwar mit Volldampf!
Die Schwäbische Waldbahn fährt ab Mai bis Oktober an allen Sonn- und Feiertagen. Den genauen Fahrplan und weitere Infos finden Sie hier: https://www.schwaebische-waldbahn.de/schwaebische-waldbahn/ueber-uns/historie
Ein Beitrag von Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald
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