Familie Gartenrotschwanz – eine kleine Vogelgeschichte

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Dieser junge Rotschwanz schafft es bis zum Ziegeldach, BA Beate Graumann

Wir waren sehr überrascht, dass ein altes Schwalbennest über unserer Hoftür eines Tages Besuch bekommen hat. Es waren diesmal keine Schwalben, die sich diese Heimstatt ausgesucht hatten, sondern zwei Gartenrotschwänze.

Ein vorjähriges leeres Vogelnest, das der Wind heruntergeweht hatte, diente dem Paar als Materialdepot, was man daran sah, dass überall Moosstücke und Gräser im Hof herumlagen und das alte Nest zerzaust und immer weniger wurde.

Dafür baute man fleißig im Schwalbennest und die harte Hülle war bald fein ausgekleidet mit Moos, Gräsern, dünnen Zweigen, Haaren, Bindfäden und feinen Federn. Bald darauf saß das Weibchen lange Zeit geduldig im Nest, um die Eier auszubrüten, während das Männchen wenig zu sehen war.

Eines Tages war leises Piepen zu hören und das Männchen war plötzlich auch wieder zur Stelle. Ab da begann eine Zeit des ständigen Flugverkehrs in unserem Hof, täglich von früh morgens bis in die Abendstunden wurden Fliegen und andere Insekten herbeigeschafft und das Piepen im Nest wurde Tag für Tag deutlich lauter. Nach einigen Tagen konnte man sogar oben in unserer Wohnung hören, wenn unten im Hof gefüttert wurde.

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Ein altes Brett im Nachbarhof dient diesem Jungvogel als Landeplatz, BA Beate Graumann

Nach einer reichlichen Woche saß schon der erste flügge Jungvogel in Startposition am Nestrand, während die Vogelmutter lockte.  Bald war er zu seinem ersten Ausflug im Leben gestartet und landete kurz darauf einige Meter weiter etwas erstaunt auf dem Dach. Seine Geschwister folgten ihm im Stundentakt und bald war das Nest leer. Die kleinen grauen Vögel saßen an diesem Tag überall in Hof und Garten herum.

Besonders interessant war, dass die Eltern stets in unmittelbarer Nähe waren und die ersten Flugversuche der Kleinen überwacht haben. Jede Störung im Hof, zum Beispiel wenn wir durchlaufen mussten, haben die Eltern mit einem Scheinangriff quittiert, oder sie wollen den „Störer“ einfach weglocken von den Jungen. Wir durften uns nicht mal am Fenster sehen lassen, sofort „stand“ das Männchen im Stehflug davor, um uns begreiflich zu machen, dass wir im Moment nicht gern gesehen sind.

Wir haben das alles genau verfolgt, weil wir unseren Hund zu dieser Zeit vom Hof und später aus dem Garten verbannen mussten. Hoffentlich sind die vielen gut gefütterten Katzen in den Gärten unserer Umgebung zu faul, um auf Vogeljagd zu gehen, so dass die vier jungen Rotschwänzchen erwachsen werden und vielleicht im nächsten Jahr das Schwalbennest in unserem Hof wieder besuchen.

Beate Graumann

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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