Natur des Jahres 2015

Der Feldhase

(Lepus europaeus)

bild121 Natur des Jahres 2015

Der Feldhase lebt in abwechslungsreichen Feldfluren, Bildquelle MOdmate / Wikipedia

Dieses Tier ist zwar scheu, dafür unglaublich schnell und ein wahrer Meisterläufer auf dem Acker. Droht Gefahr, sind die langen Ohren des Feldhasen – auch Löffel genannt – steil aufgerichtet und lauschen, woher das störende Geräusch kommt. Dann geht’s im Galopp über die Felder, und das bei Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde! Springen können Feldhasen auch gut, bis zu drei Meter weit und zwei Meter hoch. Jene sportlichen Künste kommen vorzugsweise auf der Flucht zum Einsatz, wenn der Feldhase seinen berühmten Haken schlägt und mit einem abrupten Richtungswechsel für Verwirrung sorgt.

Der Feldhase kann ganz schön propper werden – ausgewachsene Tiere bringen teilweise über sechs Kilogramm auf die Waage. Sie haben ein langes Fell aus Wollhaaren und Deckhaaren, das im Sommer erdbraun und im Winter gräulich-braun ist. Meister Lampe bevorzugt warme, trockene und offene Flächen mit einer guten Rundsicht. Hat er sich einmal für ein Revier entschieden, scharrt er kleine Mulden in den Erdboden. Im Winter lässt er sich dort sogar einschneien. Feldhasen sind zwar kurzsichtig, behalten aber immer die Übersicht. Dazu sind die seitlich stehenden Augen besonders dienlich: Sie ermöglichen einen Rundumblick von nahezu 360 Grad! Die besten Chancen, das scheue Langohr vor die Linse zu bekommen, bieten sich in der Morgen- und Abenddämmerung auf Äckern, Weiden oder Wiesen.

Leider hat es der Feldhase immer schwerer, geeignete Lebensräume und ein ausreichendes Nahrungsangebot zu finden. Der Hauptgrund ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft: Die Felder werden vollständig abgeerntet und so angelegt, dass sie ihm keine Versteckmöglichkeiten mehr bieten. Außerdem entstehen immer neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete, die den Lebensraum zusätzlich einengen. Im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale kann man den Feldhasen auf den welligen Hochflächen und auf den Feldfluren weiter Täler zum Glück noch vielerorts antreffen.

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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