Pilz des Jahres 2021

Der Grünling
(Tricholoma equestre)

pilz16 300x224 Pilz des Jahres 2021

Grünling // DGFM // Bildautor: Karl Wehr

Der Grünling, auch genannt Echter Ritterling, ist ein in Deutschland besonders geschützter Pilz. Er fühlt sich an sandig-trockenen Standorten wohl und gedeiht am liebsten in enger Nachbarschaft zu Kiefern. Sein Name ist ein Hinweis auf die Färbung des Hutes, die gelbgrün bis braungrün erscheint. Die Lamellen an der Unterseite der Kappe sind gelblich gefärbt. Bis vor einigen Jahren wurde der Grünling fälschlicherweise als Speisepilz gehandelt, heute gilt er zurecht als Giftpilz, da er muskelzersetzende Substanzen enthält und ein üppiger Verzehr schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Deshalb: Pilzsammler aufgepasst, es besteht Verwechslungsgefahr mit dem essbaren Grüngelben Ritterling. Eine Begutachtung der Ausbeute nach dem Pilzsammeln durch einen anerkannten Pilzberater ist in dem Fall empfohlen.

pilz25 300x225 Pilz des Jahres 2021

Grünling // DGFM // Bildautor: Karl Wehr

Im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale kann der Grünling zwischen August und November, wenn die Fruchtkörper gedeihen und aus dem Boden sprießen, in sandigen und von Kiefern dominierten Wäldern angetroffen werden. Auf den teils schmierigen Oberflächen bleiben gerne Nadeln und Sandkörner kleben. Der Geruch des Grünlings wird meist als mehlig-gurkig beschrieben. In jedem Fall sollte der Pilz unbeschädigt bleiben, denn er gehört nach Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu den besonders geschützten Arten. Es ist daher untersagt, den Pilz zu sammeln oder gar seinen Standort zu beschädigen.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. kürte den Grünling zum Pilz des Jahres 2021 – und dies nicht ohne Grund: Zwar gilt er innerhalb Europas als weit verbreitet und kann an optimalen Standorten lokal häufig auftreten, dennoch ist er an sehr nährstoffarme Böden mit Kiefernbestand gebunden – Lebensräume, die zunehmend bedroht sind. Die Art steht demzufolge für viele Mykorrhizapilze, deren nährstoffarme Habitate durch intensive Landnutzung gefährdet sind. Die Bedrohung geht vor allem durch starke Stickstoff- und Phosphoreinträge aus Landwirtschaft, Verkehr und Industrie aus.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

Wurzbacher Straße 16
07338 Leutenberg

Telefon

  • (+49) 0361/573925090

Faxnummer

  • (+49) 0361/573925099

Email Adresse

Webseite

» Route auf Google Maps anzeigen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>