Schmetterling des Jahres 2021

Der Braune Bär
(Arctia caja)

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Brauner Bär // Wikipedia // Harald Süpfle

Der Braune Bär ist einer der größten heimischen Nachtfalter und auch einer der schönsten: In der Dämmerung, wenn er aktiv wird und zu fliegen beginnt, wird seine prachtvolle rötlich-orange Färbung der Hinterflügel sichtbar. Zusätzlich tragen die Hinterflügel schwarze oder auch schwarzumrandete blaue Punkte. Das auffällige Farbmuster kommt nicht von ungefähr – es dient der Abschreckung von Fressfeinden: Vögel sehen zunächst nur die braun gefleckte Oberseite. Nähern sie sich, zeigt der braune Bär blitzschnell die zinnoberrote Farbe der Hinterflügel, fliegt davon und hinterlässt einen verwirrten Vogel.

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Brauner Bär // Wikipedia // Harald Süpfle

Tagsüber ruht der Braune Bär auf Baumstämmen. Wer ihm im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale auf die Spur kommen möchte, braucht eine gute Beobachtungsgabe, etwas Geduld und das richtige Gespür für die Lebensräume des Schmetterlings: Wegränder, Waldlichtungen, Uferbereiche, Gebüsche, Magerrasen und naturnahe Gärten. Pro Jahr bildet der Braune Bär nur eine Generation aus. Nach der Paarung legen die Weibchen mehrere hundert Eier in sogenannten Eispiegeln an der Unterseite von Blättern ab – beispielsweise an Brombeerblättern. Aus den Eiern schlüpfen im Spätsommer die ersten Raupen, die sich von einer Vielzahl Pflanzen ernähren, darunter Löwenzahn, Brennnessel, Himbeere, Schlehe und Mädesüß. Zur Überwinterung suchen die Raupen geschützte Stellen am Boden auf. Im darauffolgenden Jahr verpuppen sie sich in einem dichten Gespinst, bis sie schließlich zwischen Juli und August schlüpfen und dann freudig nach Einbruch der Dämmerung umherflattern, um auf Partnersuche zu gehen und sich zu paaren.

Der Braune Bär ist durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Er ist bundesweit rückläufig und in einigen Bundesländern sogar gefährdet. Mit der Wahl zum „Schmetterling des Jahres“ soll insbesondere auf die negativen Folgen der künstlichen Beleuchtung hingewiesen werden. Angelockt von grellen Lichtquellen der Straßen- und Industriebeleuchtung flattern die Nachtfalter orientierungslos bis zur Erschöpfung – Energie und Zeit für Partnersuche und Fortpflanzung gehen verloren, Fressfeinde haben ein leichtes Spiel. Abhilfe könnten Natriumdampflampen und moderne sparsame LEDs schaffen, die wenig oder gar kein blaues Licht abstrahlen. Neben der Lichtverschmutzung sind weitere Faktoren am Rückgang der Art beteiligt, darunter die intensive Landwirtschaft, das Fehlen von ausreichend Hecken und Feldgehölzen.

Autor: Susen Reuter

 

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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