Tier des Jahres 2014

Der Wisent

Wisent Wikipedia Marc Steichen1 620x930 Tier des Jahres 2014 (Bison bonasus)

Wisente gelten als die größten und schwersten Landsäugetiere Europas – männliche Tiere können ein Gewicht von bis zu einer Tonne erreichen! Sie bevölkerten einst den größten Teil unseres Kontinents, von Deutschland bis hinein nach Russland. Allerdings galten die in Freiheit lebenden Wisente bis vor wenigen Jahrzehnten als ausgestorben.

Charakteristisch für die seltenen Wildrinder sind ein dichtes, dunkelbraunes Fell und ein üppiger Haarwuchs am Hals sowie am gesamten vorderen Körperbereich. Der König des Waldes besitzt zwei kräftige, nach innen gebogene Hörner, die eine Länge von bis zu 35 Zentimetern aufweisen.

Bevorzugter Lebensraum sind ausgedehnte und lichte Laub- und Mischwälder mit einem gut entwickelten Unterholz und entsprechend reicher Krautschicht. Insbesondere sumpfige und zeitweise überstaute Erlenbruchwälder bilden ideale Lebensbedingungen für Wisente. Zu den Hauptnahrungsquellen zählen Kräuter, Seggen und saftige Gräser. Im Herbst werden auch Eicheln und Buchecker gefressen. Junge Triebe, Blätter und Baumrinden von Eiche, Esche und Hainbuche stehen zwar auch auf dem Speiseplan, werden aber eher im Winter und im zeitigen Frühjahr aufgenommen.

Wisente sind Herdentiere – eine Herde besteht aus etwa 12 bis 20 Tieren, die von einer Leitkuh angeführt wird. Ältere Bullen sind Einzelgänger und halten sich lediglich zur Brunftzeit bei den Herden auf. Dabei erschnuppern sie mit ihrem gut ausgeprägten Geruchssinn die Fährten der Kühe.

Die ältesten fossilen Funde, die je gemacht wurden, sind ein bis zwei Millionen Jahre alt (frühes Pleistozän). Höhlenzeichnungen aus der Eiszeit zeigen den Wisent und auch den Auerochse – letzterer starb 1627 endgültig aus, der Wisent dagegen konnte bis heute gerettet – wenn auch mit großer Anstrengung. Jagd und Wilderei setzten dem Wisentbestand stark zu, außerdem verloren viele Herden ihren Lebensraum durch zunehmenden Ackerbau und einer verstärkten wirtschaftlichen Nutzung der Wälder. Heute leben in der ganzen Welt wieder mehr als tausend Tiere, davon auch einige in Freiheit. Im Frühjahr 2012 wilderte man eine Herde im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen aus. So kam im Mai 2013 erstmals wieder in Deutschland ein Wisentkalb in freier Wildbahn zur Welt. Am Rande des Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, nahe der Stadt Pößneck, befindet sich unterhalb der Burg Ranis Thüringens erstes Wisent-Freilandgehege. Ein beschilderter, öffentlicher Weg führt entlang des Geheges, welches täglich und kostenfrei besichtigt werden kann.

Text: Susen Reuter

Ein Beitrag von Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale

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