Wettbewerb “Naturparkprojekt 2021″ – Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung des Naturparks

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Collage der Beitragsinhalte (Fotos: Alnus e. V.)

Beitrag des Alnus e. V. Eberswalde

Landschaftspflege & Kooperationsprojekt – Wiesenmahd Eichwerder Wiese Eberswalde – Alnus e.V. – Finizio GmbH – HNE Eberswalde

Der Alnus e.V.

Die Arbeitsgemeinschaft für Landschaftspflege, Naturschutz, Umweltbildung und Stadtökologie wurde 1997 von Studenten des Fachbereichs Landschaftsnutzung und Naturschutz der Fachhochschule Eberswalde gegründet. Unser Verein arbeitet eng mit lokalen Behörden, Verbänden und Institutionen zusammen. Er finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Fördermitteln für konkrete Projekte sowie durch Wiesenmahden, die wir als Vertragsnaturschutz für die Stadt ausführen. Alnus ist übrigens der botanische Gattungsname der Erlen, deren häufigste heimische Art, die Schwarzerle, oft an unseren Flußufern und in den Moorwäldern des Barnim zu finden ist.

Wozu Wiesenmahd?

Viele artenreiche und wertvolle Biotope unserer Heimat sind Relikte traditioneller Kulturlandschaft und ohne Nutzung (meist in Form einer Mahd oder Beweidung) nicht zu erhalten. Wiesen und Weiden würden ohne Mahd verbuschen, die Vegetationszusammensetzung würde sich drastisch verändern. Den größten pflanzlichen Artenreichtum finden wir außerdem auf nährstoffarmen Böden; an solche Verhältnisse angepasste Arten können sich nur dort gegenüber den an sich robusteren stickstoffliebenden Arten durchsetzen. Viele Wiesen sind aber durch Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft und Siedlungen überdüngt, mit der Folge, dass die konkurrenzschwachen Arten verschwinden.

Die Pflege von Vertragsnaturschutzflächen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Vereinsarbeit. Mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) werden Flächen bestimmt, die für besonders schutzwürdig und pflegebedürftig erachtet werden. Im Laufe der Jahre haben wir mehrere Gebiete in Eberswalde und Umgebung in Pflege genommen u.a. die Eichwerder Wiese, die wir derzeit 2 x jährlich mit Handsensen, Freischneidern und Freiwilligen mähen.

Artenliste Eichwerder Wiese

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), Land-Reitgras (Calamagrostis epigejos), Sumpfdotterblume
(Caltha palustris), Zaun-Winde (Calystegia sepium), Sumpf-Segge (Carex acutiformis), Schnabel-Segge (Carex rostrata), Kohl-Kratzdistel (Cirsium oleraceum), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Sumpf-Weidenröschen (Epilobium palustre), Kleinblütiges Weidenröschen (Epilobium parviflorum), Sumpf-Schachtelhalm
(Equisetum palustre), Wasserdost (Eupatorium cannabinum), Wiesen-Labkraut (Galium mollugo), Moor-Labkraut (Galium uliginosum), Sumpf-Storchschnabel (Geranium palustre), Bach-Nelkenwurz (Geum rivale), Wolliges Honiggras (Holcus lanatus), Glieder-Binse (Juncus articulatus), Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus) Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia), Schilf (Phragmites australis), Wald-Simse (Scirpus sylvaticus), Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi), Beinwell
(Symphytum officinale), Breitblättriger Rohrkolben (Typha latifolia), Echter Arznei-Baldrian
(Valeriana officinalis), Schmalblättrige Wicke (Vicia tenuifolia)

Zusammenfassung des Projekts

Im Laufe der letzten 10 Jahre haben wir mehrere Gebiete in Eberswalde und Umgebung in Pflege genommen u.a. die Eichwerder Wiese, die wir jetzt seit 2011 pflegen und derzeit 2 x jährlich mit Handsensen, Freischneidern und Freiwilligen mähen.

Die Eichwerder Wiese in unmittelbarer Nähe des Finowkanals ist eine Nasswiese mit Vorkommen von Orchideen, die durch Nährstoffeinträge aus der nahegelegenen Kläranlage belastet ist.

Der einfachste Weg, einer Wiese Nährstoffe zu entziehen ist, sie zu mähen und das Mahdgut zu entfernen – das ist Voraussetzung für die Wirksamkeit. Um den Pflanzen ein Aussamen zu ermöglichen, wird das erst ab Sommer getan. Wir mähen daher die erste Mahd gegen Ende Juni und die 2. Mahd im Oktober.
Ein Problem bei Naturschutz-Wiesenmahden generell ist dass, anders als noch vor etwa 40 Jahren, das Mahdgut, von den Bewirtschaftenden, entsorgt werden muss und nicht als wertvoller Rohstoff gilt. Dazu kommt, dass beim Einsatz manueller Arbeitstechnik wie Handsensen regelmäßig eine verlässliche Zahl an Freiwilligen vorhanden sein muss, sowie genügend Arbeitsgeräte in einsatzfähigem Zustand.

Diese beiden Probleme denen auch andere Vereine, die sich mit dem Thema Wiesenahd befassen, gegenüberstehen, gehen wir wie folgt an.

Die Helfer und Helferinnen bei diesen Pflegeeinsätzen sind oft Studierende der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, im letzten Jahr haben beispielsweise Studierende des Studiengangs “Regionalentwicklung und Naturschutz”, während ihrer Einführungsveranstaltung an unserer Wiesenmahd teilgenommen, das hat uns so gut gefallen, dass wir die Kooperation mit der HNEE auch in Zukunft beibehalten und gern noch weiter ausbauen möchten.

Die anfallende Biomasse wird in unserem Fall meist von Gärtnern als Mulchmaterial übernommen, außerdem hat sich im letzten Jahr ein neuer Kooperationspartner mit der lokalen Firma Finizio GmbH aufgetan, die dankbar unseren gesamten Grünschnitt entgegen genommen haben.
„Gemeinsam mit den Kreiswerken Barnim entwickelt Finizio eine Pilotanlage zur effizienten und ganzheitlichen Verwertung von Inhalten aus Trockentoiletten zu qualitätsgesicherten Humus-Düngern. Diese Pilotanlage in Eberswalde ist die Einzige ihrer Art in Deutschland, die einen solchen Verwertungsweg für gewerblich gesammelte Inhalte aus Trockentoiletten ermöglicht und ist somit ein Leuchtturm der Kreislaufwirtschaft von überregionaler Bedeutung.“

Außerdem sagen Finizio weiter: „Wir wollen nicht nur irgendeinen Kompost herstellen – wir wollen Humusdünger produzieren. Hierfür ist eine optimale Sauerstoffzufuhr, Feuchtigkeitsregulierung sowie eine Auswahl an hochwertigen Zuschlagstoffen wie Tonminerale, frischer junger Grünschnitt und Pflanzenkohle, von großer Bedeutung.“ 1 An dieser Stelle kommt das Wiesemahdgut des Alnus auch ins Spiel und wird schlussendlich zu einem Teil eines regionalen Wertschöpfungskreislaufes.

https://finizio.de/von-der-linear-zur-kreislaufwirtschaft/https://finizio.de/pilotanlage

Ein Beitrag von Naturpark Barnim

Naturpark Barnim

Breitscheidstraße 8 – 9
16348 Wandlitz

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