Naturpark Spessart vermehrt seine besten Wiesen

Im Naturschutzgebiet Weihersgrund blüht eine Wiese – eigentlich nichts ungewöhnliches, ist diese doch etwas Besonderes.

Sie wurde vor zwei Jahren von Mitarbeitern des Naturpark Spessart e.V. mit Saatgut eingesät, das mit Hilfe des Samenerntegeräts „eBeetle“ auf der nahegelegenen Bischbrunner Gemeindewiese gewonnen wurde.  Ziel war, an dieser Stelle eine Wiese wiederherzustellen, die der artenreichen Bischbrunner Gemeindewiese möglichst nahe kommt.

„Dass uns dies recht gut gelungen ist, kann man jetzt sehen“, so Naturpark-Gebietsbetreuer Christian Salomon nach einer ersten Erfolgskontrolle: Es blühen Glockenblumen, Klappertopf, Wilde Möhre, Rotschwingel, Wiesenbocksbart und viele mehr.

Eine erste Artenzählung lieferte Mitte Juni auf dieser Fläche über 50 wiesentypische Pflanzenarten. „Die Pflanzenvielfalt einer Wiese bewirkt mehr als nur bunt auszusehen“, so Salomon. „Je mehr Arten, desto gleichmäßiger ist etwa das Nahrungsangebot für Insekten verteilt. Viele Insekten sind zudem auf gewisse heimische Pflanzen als Futter oder zur Eiablage spezialisiert.“ Fehlen diese Pflanzen, können auch die Insekten nicht überleben. Zudem seien gerade hoch spezialisierte Insektenarten vom Erhalt züchterisch unveränderter Wildpflanzenformen abhängig. Die großblütigen Zierformen von Pflanzenarten sind meist eher für das menschliche Auge gemacht.

Artenreiches Blütenmeer Angesäte Wiese im Weihersgrund Foto C. Salomon 1 620x465 Naturpark Spessart vermehrt seine besten Wiesen

Wiesenansaat Weihersgrund (Foto C. Salomon)

Seit 2019 beerntet der Naturpark Spessart mit seinem Samenerntegerät „eBeetle“ besonders arten- und blütenreiche Wiesen, um mit dem so gewonnenen Saatgut an anderer Stelle entsprechende Wiesen neu anzulegen oder aufzuwerten. Die Verwendung dieses gebietseigenen Saatguts garantiert den Erhalt von Artenkombinationen und Wildpflanzenformen, die für den Spessart typisch sind. Zudem werden auch seltene Pflanzenarten verbreitet, deren Saatgut im Handel gar nicht erhältlich ist – etwa Orchideen, Arnika oder die Kugelige Teufelskralle.

Bis allerdings alle eingebrachten Arten blühen und sich zwischen den angesäten Wiesenarten ein stabiles Gleichgewicht entwickelt hat, könnten laut Salomon noch weitere Jahre vergehen. Schließlich sei eine artenreiche Naturwiese ein komplexes Ökosystem. Für diese Entwicklung ist eine regelmäßige Nutzung erforderlich. Alle vom Naturparkverein angelegten Wiesen werden daher von Landwirten als Heu- oder Weideflächen genutzt.

Der Naturpark Spessart hat mit dem gewonnen Saatgut aus dem „eBeetle“ bereits 20 Wiesen angelegt, die Samenernte für die nächsten Flächen beginnt diese Tage. Einige der neuen Wiesen werden zur Erfolgskontrolle wissenschaftlich untersucht. Ein erstes Gutachten dazu soll Ende 2022 vorliegen.

Ein Beitrag von Naturpark Spessart

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