„Denkt bienisch!“ – Holger Ackermann über die Faszination Naturpark
In der Rubrik „Promi des Monats“ stellen wir jeden Monat eine/n Akteur/in aus dem Naturpark Dahme-Heideseen vor, um die Entwicklung des Naturparks und die Vielfalt der Akteure darzustellen. Diesmal beantwortet Holger Ackermann unsere Fragen und gibt uns einen interessanten Einblick in seinen Arbeitsalltag im Naturpark.
Vielen Dank, dass Sie sich für ein kurzes Interview Zeit nehmen. Seit wann sind Sie im Naturpark tätig, und wie kam es dazu?
Ich bin seit 1986 in Groß Schauen zuhause und bin damals der dörflichen Umweltgruppe um Brigitte Neumann beigetreten. Es gab auch eine sehr gute Vernetzung zum “Haus des Waldes” in Gräbendorf. Nach der Wende gab es dann Kontakte zu den Naturpark-Rangern. An der Groß Schauener Seenkette gab es ein Wildgänse-Monitoring, bei dem ich über mehrere Jahre aktiv war. Das Interesse an Natur und Umwelt war und ist schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens.
Welche Voraussetzungen benötigt man für diese Aufgaben?
Kontaktfreude und das Denken im Zusammenhang sind wichtig. Ich selbst bin dörflich mit Garten und Haustieren aufgewachsen. Mein Mutter war Tierärztin und wir hatten oft mit verletzten Wildtieren zu tun. Das hat mich sehr geprägt. Auch mit Honigbienen kam ich als Kleinkind in Kontakt. Die Bienenhaltung mit all seinen Facetten und die Faszination, dass Alles mit Allem zusammenhängt, hat mich sehr geprägt.
Was ist eins Ihrer schönsten Erlebnisse?
Das erste persönliche Treffen mit Prof. Heinz Sielmann in Groß Schauen und die Vorstellung des Projektes “Sielmanns Naturlandschaft“ in Verbindung mit dem Naturpark Dahme Heideseen und dem Dorf Groß Schauen. Mir wurde nach der Veranstaltung klar: Hier entsteht etwas Großes. Wie können Naturschutz und Wirtschaft miteinander gedeihen?!
An welche skurrilen Erlebnisse erinnern Sie sich?
Im Jahr 2002 wurde vor der Kita Groß Schauen ein Storchenmast durch die Firma e-dis aufgestellt. Ein paar Tage später kam immer wieder ein Storch vorbei und beäugte das neue Nest. Ein Jahr später, 2003 kam dann ein Paar und zogen 3 Küken erfolgreich auf. Die erwachsenen Tiere hießen immer Gustaf und Mathilde, so wie die beiden letzten Besitzer dieses ehemaligen Wohngrundstückes.
Wie halten Sie Ihr Wissen auf dem neuesten Stand?
Ich bin in vielen Gremien, Vereinen und Verbänden. Ich beteilige mich an Diskussionen, habe eine Meinung und lasse mich auch gerne von anderen Sichtweisen überzeugen. Ich lese sehr viel Fachliteratur.
Wenn Sie unseren Kindern eine Sache mitgeben könntet, was wäre dies?
Die wichtigsten Allgemeingüter sind Luft, Wasser und der Boden. Mit denen muss sorgsam umgegangen werden, weil sie nicht vermehrbar sind. Bei meinen Veranstaltungen mit Kindern ist mein Schlusswort oft “Denkt bienisch”!
Was macht den Naturpark Ihrer Meinung nach so besonders?
Ich mag die Struktur dieser Landschaft. Quellgebiete wie am Dobrasee, der 110 Meter hohe Blocksberg und die vielen Seen und Wasserwege. Mir gefällt auch das touristische Angebot für Besucher. Die Natur muss erlebbar gemacht und gelenkt werden. Nur was ich kenne, kann ich auch schützen.
Welche Entwicklung wünschen Sie sich für den Naturpark?
Eine gute Vernetzung mit Kindergärten und Schulen. Bildungsangebote und außerschulisches Lernen sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Raus aus der Schule, ab in die Natur. Ein respektvoller Umgang mit den Flächen bei der Planung von Bauprojekten. Oft werden Magerböden als wertlos abgetan. Auf diesen Flächen gibt es jedoch eine sehr hohe Vielfalt an Flora und Fauna. Besonders blütenbesuchende Insekten sind dort zahlreich vertreten.
Was ist Ihre Lieblingsecke im Naturpark?
Ich bin sehr gerne in den Morgen- oder Abendstunden auf dem “Wackelturm” an den Salzwiesen. Hier lässt sich die offene Landschaft gut beobachten und im Hintergrund rahmt die Kulisse der Stadt Storkow den Blick. Wenn man sich um 180° dreht, hat man eine sehr schöne Aussicht zum Schaplowsee mit seiner unbebauten vielseitigen Uferzone.
Vielen Dank für das Gespräch und Ihren Einsatz für den Naturpark Dahme-Heideseen.
Naturpark Dahme-Heideseen
Arnold-Breithor-Str. 8
15754 Heidesee
Telefon
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Faxnummer
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