Auf Fledermaus-Suche

Naturparke Neuigkeiten am 19. März 2026

Bei frostigen Temperaturen stand im Februar im Naturpark Dahme-Heideseen die Winterquartierkontrolle der Fledermäuse in den ehemaligen Bunkeranlagen der Bundesforst an. An drei verschiedenen Orten wurden zusammen mit dem Fledermausexperten Tobias Teige, dem Sachbearbeiter für Umweltschutz der Bundesforst, der Naturwacht und der Naturparkverwaltung die Rückzugsorte kontrolliert.

(c) Vincent Neutzling

Die Zählung und Beobachtung ergaben, dass alle drei Quartiere besetzt sind. Insgesamt konnten 107 Fledermäuse nachgewiesen werden. Von den 18 streng geschützten Fledermausarten, die in Brandenburg vorkommen, konnten neun identifiziert werden. Vor allem das Braune Langohr (51 Individuen) und die Zwergfledermaus (16 Individuen), aber auch Großes Mausohr, Mopsfledermaus, Fransenfledermaus und Wasserfledermaus sowie Breitflügelfledermaus und Graues Langohr wurden nachgewiesen.

(c) Vincent Neutzling

Je nach Art werden unterschiedliche, natürliche oder menschengemachte Quartiere aufgesucht. Fledermäuse benötigen nämlich besondere Überwinterungsorte, in denen sie geschützt und frostfrei die kalte Jahreszeit verbringen können. Dabei kühlen die Tiere auf Umgebungstemperatur herunter, um Energie zu sparen und die Insektenlose Zeit zu überbrücken. Sollte es ihnen doch einmal zu warm werden, erwachen sie und suchen sich einen kühleren Ort. Zu häufige Störungen und damit verbundenes Erwachen, führt jedoch zu hohen Energieverlusten, was im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Luftfeuchtigkeit im Unterschlupf, damit die Fledermäuse in der Kälte nicht austrocknen. Im Naturpark Dahme-Heideseen sind es ehemalige Bunkeranlagen, welche den Fledermäusen als geeignetes Quartier dienen. In den verschlossenen Komplexen sind die Tiere ungestört, sicher vor Waschbären, Mensch und Co. und es herrschen frostfreie Bedingungen.

(c) Vincent Neutzling

Für das Monitoring braucht es ein gutes Auge und viel Erfahrung, um die unterschiedlichen Arten sicher zu bestimmen. In jede Spalte und Ritze wird geleuchtet, im Mauerwerk, in Hohlräumen sowie in extra angebrachten Vorrichtungen geschaut. Nur selten hängen die winzigen Säugetiere einfach so an der Wand. Alle Individuen der verschiedenen Arten werden gezählt und dokumentiert. Dabei liegt die Dunkelziffer deutlich höher, denn wie viele Tiere hintereinander in einem Spalt hängen, lässt sich unmöglich sagen.

Wer die fliegenden Nachtschwärmer unterstützen möchte, gestaltet seinen Garten mit bunten Blüten insektenfreundlich und hängt bevorzugt an mehreren unterschiedlichen Orten, z.B. Bäumen oder Hausfassaden Fledermauskästen auf. Denn auch im Sommer benötigen Fledermäuse ein geschütztes Plätzchen, um den Tag zu verschlafen und um ihre Jungen aufzuziehen.

Text von Mirjam Loer, Rangerin der Naturwacht Dahme-Heideseen und Julia Hadeball, Bundesfreiwillige im Naturpark Dahme-Heideseen

Naturpark Dahme-Heideseen

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