Leben im Klimawandel – Tierwelt und Menschen im Eiszeitalter

Veranstaltungsdatum: 22.02.2023 19:00

Zur Ausbreitungsdynamik von Tier und Menschen im Eiszeitalter

Ein Vortrag von Prof. Dr. Robert Sommer (Hochschule Neubrandenburg & Universität Rostock)

Karow. Klima- und Umweltveränderungen der Eiszeit haben maßgeblich die Ausbreitung und evolutive Entwicklung von Menschen und Tieren geprägt. Die Wurzeln wesentlicher Muster der heutigen biologischen Vielfalt sind durch Umweltdynamiken der Eiszeit begründet. Evolutionsbiologen sprechen gar vom „genetischen Erbe“ des Eiszeitalters.
In dem allgemein verständlichen Vortrag werden interessante aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Forschungsmethoden aus den letzten Jahren und Jahrzehnten vorgestellt, die unsere Vorstellungen über die gemeinsame Vergangenheit von Menschen und Tieren wesentlich verändert haben.
So hat sich z. B. das Wissen über die gemeinsame Vergangenheit des anatomisch modernen Menschen und des Neandertalers fast „explosionsartig“ in den letzten Jahren entwickelt. Heute wissen wir, dass beide Menschenformen kulturell und geistig nahezu ebenbürtig waren – trotzdem sind die Neandertaler untergegangen. Mit Erkenntnissen der Umweltgeschichte und der Evolutionsgenetik kann dieser spannende Prozess wesentlich umfassender beschrieben und erklärt werden. Doch auch mit steigenden Entdeckungen in der Steinzeitforschung treten neue Rätsel ans Tageslicht: Wer war der Mensch, der schon gemeinsam mit Neandertalern in Sibirien lebte, bevor der moderne Mensch Europa und Asien erreichte? Seine Spuren können wir heute, wie auch die des Neandertalers, noch im Genpool der heutigen modernen Menschen finden.
Wann sind die eiszeitlichen Tierarten wie Mammut, Höhlenbär und Rentier in Nordeuropa ausgestorben und zu welcher Zeit kamen die Arten unserer heutigen Fauna wie z. B. der Rothirsch oder das Reh zu uns?

Wollhaarmammuts. © Mauricio Antón (CC BY)

Aber auch im heutigen Norddeutschland haben sich spannende Prozesse abgespielt: So haben die steinzeitlichen Menschen bereits vor dem Ende der Eiszeit an den zahlreichen Gewässern herausgefunden, dass es viel einfacher ist, gemütlich am Seeufer wartend mit einem vergleichsweise „riesigen“ Haken an der Angel große Hechte aus dem See zu fischen, anstatt den wohlschmeckenden Fischen aufwändig mit Harpunen hinterher zu jagen… Nebenbei erlegten sie gleich noch ein paar wohlschmeckende Biber, nutzten deren Pelze als Kleidung sowie deren Zähne als Werkzeug. Mit welchen Waffentechniken haben die Steinzeitmenschen der ausgehenden Eiszeit die Großtiere erlegt?
Auch als die Eiszeit schon vorbei war, gab es noch ein buntes „Hin und Her“ in der Tierwelt. So breiteten sich z. B. Sumpfschildkröten und Wildkatzen im nacheiszeitlichen Klima-Optimum bis nach Skandinavien aus. Als aber das Klima wieder heutige Verhältnisse erreichte, war es dort einfach zu kalt für diese Arten und sie starben dort wieder aus. Aufgrund hunderter Knochenfunde und darin enthaltener Reste des Erbgutes solcher Tiere können wir aber heute relativ genau sagen, wann sich diese Arten nach der Eiszeit zu uns ausgebreitet haben und aus welchen Richtungen sie kamen. Hat es nach der Eiszeit noch Löwen in Europa gegeben? Eindeutig ja!
Lassen Sie sich auf eine spannende Reise zu Menschen, Tieren und der Umwelt des Eiszeitalters entführen! Der Vortrag am Mittwoch, 22. Februar 2023, beginnt um 19 Uhr. Rechtzeitiges Erscheinen sichert die besten Plätze.

 

Preis: 2 €

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