Zwei Moorschutzprojekte im Naturpark in Vorbereitung

Die Reste unserer Moore stehen heute meist unter Naturschutz. Und das mit gutem Grund: sie sind die Wasserspeicher unserer Landschaft. Besonders in den beiden vergangenen trockenen Sommern wurde deutlich, wie wichtig es ist, das Wasser in der Landschaft zu halten. Außerdem filtern sie das Wasser: Im Wasser gelöste Stoffe werden von den Pflanzen gebunden, Schwebstoffe setzen sich ab und das so gefilterte Wasser dient der Grundwasserneubildung.

Viele Moore können jedoch diese ökologische Funktion nicht mehr leisten, weil sie durch Drainagen zu stark ausgetrocknet sind. Deshalb sind Maßnahmen zur Verbesserung ihres Zustands notwendig. Damit Moore wieder Torf bilden, müssen sie wiedervernässt werden. Die Voraussetzung dafür sind oberflächennahe Wasserstände und ein langzeitiger Wasserüberschuss im Moor. Zur Stabilisierung des Wasserhaushaltes in degradierten Mooren ist deshalb meist ein Rückbau der Entwässerungsgräben und ein Anstau des Wassers im Gebiet notwendig. Nur so kann ein Moor wieder als Wasserspeicher dienen. Auch die Bildung von klimaschädlichen Gasen (Methan, Kohlendioxid) wird durch die Wiedervernässung unterbunden. Gleichzeitig kann ein funktionierendes Moor wieder Torf bilden und damit jede Menge Kohlendioxid binden.

Im Naturpark Nossentiner/ Schwinzer Heide haben wir zwei Gebiete, die in früherer Zeit Flach-Seen mit angrenzenden Moorflächen waren. In der Vergangenheit wurden sie melioriert, um die entstehenden Grünländer landwirtschaftlich zu nutzen. In den nächsten Jahren soll eine Untersuchung klären, ob und wie diese Moorflächen renaturiert werden können.

 

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Darstellung des Großen Serrahns auf der Schmettau´schen Karte von 1788. Hier ist der Serrahn noch als See eingezeichnet.

Der Serrahn ist ein Verlandungsmoor, das natürlicherweise grundwassergespeist ist. Vorrangige Schutz- und Entwicklungsziele sind:

  • die Sicherung und Verbesserung der naturnahen Wasserverhältnisse im südlichen Kerngebiet des Gr. Serrahns,
  • die Wiederherstellung naturnaher Wasserverhältnisse auf den Niedermoorflächen,
  • der Erhalt der offenen Landschaft in der Serrahn-Niederung und auf den angrenzenden Mineralbodenhängen durch Grabenverschlüsse und extensive Mahd oder Beweidung.

 

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Auf der Schmettau´schen Karte von 1788 ist die heutige Dobbiner und Klädener Plage als See eingezeichnet. Die Mildenitz durchfloss den See.

Das Niedermoor der Dobbiner und Klädener Plage hat eine ähnliche historische Vergangenheit wie der Serrahn. Schutz- und Entwicklungsziele sind hier die geplante Auflassung der Gräben im Bereich der Dobbiner/Klädener Plage. Die Wiedervernässung soll hier zu einer Regenerierung der natürlichen Wasserverhältnisse und zur Senkung der Nährstoffbelastung der angrenzenden Mildenitz und Seen führen. Als Maximalziel ist die Regeneration des ursprünglichen Flachwassersees mit Vorflut in die Mildenitz vorgesehen.

Für die Durchführung der Moorschutzprojekte wurden 2 Projektstellen über das LUNG geschaffen. Die beiden Mitarbeiterinnen Mandy Rademacher und Monika König sind im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide in Karow sowie im LUNG tätig.

Ein Beitrag von Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

Ziegenhorn 1
19395 Plau am See , OT Karow

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  • 0385/588 6484 0

Faxnummer

  • 038738 / 7390 -21

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