In der Dübener Heide gibt es jetzt zwei geprüfte Kräuterpädagoginnen

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(C) Naturpark Dübener Heide

Nicht kultivierte, heimische Pflanzen, sprich Unkraut, wird in der Regel kaum mit einem Blick in der Natur gewürdigt, fällt im Garten unter den Begriff „unerwünscht“, wird auf dem Kompost entsorgt. Aber, ist das richtig, dachte sich Naturparkführerin Birgit Rabe (Foto, links) und suchte nach Möglichkeiten, diese Kräuter sich und ihren Gästen näher zu bringen. Sie fand die Gundermann-Akademie, die als erste ihrer Art seit über zehn Jahren den Qualifizierungslehrgang zum Thema Kräuterpädagogik anbietet. Diese Fortbildung befasst sich mit den nicht kultivierten, heimischen Pflanzen, deren Vorkommen und Verwendung sowie der Ökologie der heimischen Pflanzenwelt und wird nach den Kriterien des Qualifizierungsprogramms der Vereinten Nationen zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung durchgeführt.

„Über den Zeitraum von einem Jahr erstreckten sich zehn Module dieser Weiterbildung, die uns jeweils über zwei volle Tage gefordert haben“, berichtet Birgit Rabe. Gelernt haben sie botanische Grundlagen über Artenkenntnis und Pflanzenfamilien. Aber auch Photosynthese, die Atmung der Pflanzen, ihr Wasserhaushalt, die diversen Pflanzeninhaltsstoffe, Giftpflanzen und Pflanzengifte wurden behandelt. Waren diese Themen eher etwas trocken, aber auch notwendig, so kam der Spaßfaktor dann bei den praktischen Schulstunden, wo es um das Kochen mit Un-Kräutern und Wildfrüchten, diversen schmackhaften Zubereitungen und Produktherstellungen einherging, nicht zu kurz.

Das ganze Hintergrundwissen zu Wildpflanzen, ihre Geschichte und Traditionen dazu brachten den Bezug zur Arbeit mit Gästen wieder ans Licht und „irgendwann macht das Bestimmen von Pflanzen dann richtig Spaß“, resümiert Birgit Rabe. „Die Weiterbildung hat enorm viel Zeit gebunden. Neben den Schulstunden waren Hausaufgaben zu machen, musste gelernt werden. Bevor wir alle 14 Teilnehmer ihre Prüfungen ablegen konnten, war das Erstellen eines umfangreichen Herbariums Pflicht. Dazu mussten mindestens 30 Wildpflanzen mit einer vorab festgelegten Anzahl Buchstaben zum Leben erweckt werden. Aber es hat sich gelohnt.“

Mit von der Partie bei dieser Weiterbildung aus dem Bereich des Naturparks Dübener Heide war Kräuterfrau Martina Barth (Foto, rechts), die in Ogkeln bei Bad Schmiedeberg einen Kräutergarten betreibt. „Mein botanisches Verständnis ist in dieser Zeit enorm gewachsen. Ich schätze unsere einheimischen Wildkräuter nun noch mehr.“ Dabei ist Martina Barth schon seit mehr als zehn Jahren als Kräuterfrau in der Heide aktiv unterwegs. „Meine Arbeit ist ein lebenslanges Lernen. Zurücklehnen und glauben, ich weiß alles, ist nicht.“

Beide, Martina Barth und Birgit Rabe, sind nun als geprüfte Kräuterpädagogen und als solche die ersten mit Lizenz in der Dübener Heide unterwegs und werden fundierte Kräuterkunde mit Herz, Hirn und Verstand anbieten. Dazu gehören Wanderungen oder Spaziergänge für Gäste vom Kindergartenkind bis ins hohe Alter durch Park, Wald, Feld und Flur. Bei diesen „Un-Kraut-Wanderungen“ geht es darum, die Unkräuter rechts und links vom Wegesrand kennenzulernen und zu erfahren, kann ich das essen oder nicht. Außerdem vermitteln die Kräuterpädagoginnen das Wissen, wie bereite ich  Unkraut zu, wie koche ich es, kommt es roh auf den Tisch, was kann ich noch damit in der Küche tun. Unkräuter enthalten eine Menge „Gesundheit“, schmecken und bereichern – ohne Geldaufwand – den heimischen Speiseplan. Durch sie bekommt der Spruch: „Liebe geht durch den Magen“ eine  ganz neue Bedeutung. Zu den Un-Kräutern kommen noch jede Menge Wild-Früchte dazu, die ebenso genutzt, verarbeitet, gegessen oder getrunken werden können und dürfen. Nebenbei wird die Artenkenntnis erweitert, denn nur was ich ganz genau (er)kenne, darf und kann ich essen.

http://www.kraeuter-landhaus.de

http://www.erlebnis-duebener-heide.de

Ein Beitrag von Naturpark Dübener Heide

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