Im Portrait: Familie Krostitz vom Hofgut Behlitz baut Mohn auf 2,5 Hektar Fläche an

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Das ökologisch zertifizierte Hofgut Behlitz präsentierte seine Öle beim letzten Kulinarik-Wettbewerb (C) ABISZet Wittenberg

Wenn im Sommer der Blaumohn in seinen zarten Lila-Tönen auf den Feldern bei Eilenburg blüht, geraten so manche Radfahrer und Spaziergänger ins Schwärmen, halten kurzerhand an und greifen zum Smartphone, um die imposante Landschaft zu fotografieren. Der Mohnanbau in landwirtschaftlicher Form ist selten, aber Silke Krostitz (45) und André Hauptmann-Krostitz (47) vom Hofgut Behlitz haben sich bewusst dafür entschieden, produzieren Mohnöl, Leindotteröl und seit diesem Jahr auch Rapsöl. „Auf den Mohnanbau sind wir beim Lesen eines Artikels über einen Betrieb in Hessen in der Landwirtschaftszeitung ‚top agrar‘ gekommen“, erzählt Landwirtin Silke Krostitz. „Das fanden wir so interessant, dass wir überlegt haben, ob wir das nicht auch hier machen könnten.“

Gesagt, getan. Der Mohnanbau passt gut in den seit 2017 ökologisch wirtschafteten Agrarbetrieb in dem kleinen zur Stadt Eilenburg gehörenden Dorf Behlitz. Zunächst wurde der Mohn auf einem halben Hektar Fläche angebaut und noch per Hand geerntet. Inzwischen sind rund 2,5 Hektar daraus geworden und die Ernte übernehmen Dreschmaschinen. Was ihnen besonders wichtig ist, ist eine vielfältige Fruchtfolge auf den Feldern, weil die gut für den Boden ist. Mohn, Leindotter, Raps, Urgetreidesorten wie Einkorn und Dinkel und auch der Anbau von Erbsen und Lupinen (Speiseerbsen) sorgen dafür. Seit Oktober 2020 hat die Familie auch die Bio-Zertifizierung für ihre Öle, die in der Ölmanufaktur vom Huttenberg im sächsischen Oberschöna gepresst werden.

Das Bio-Mohnöl sticht heraus und ist wahrlich eine Besonderheit: Es hat eine hellgelbe Farbe, riecht und schmeckt intensiv nussig. Es kann in der süßen, aber auch herzhaften Küche verwendet werden, zum Beispiel für Desserts, Eis oder Kuchen als Topping. Auch für die Zubereitung von Mehlspeisen eignet sich das Mohnöl. Früher hat man es häufig auch für Eierkuchen verwendet, weiß Silke Krostitz aus Erzählungen.

Ein weiteres Öl vom Hofgut Behlitz ist das Leindotteröl. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Leinöl. Es schmeckt würziger, verfügt ebenso über die guten Inhaltstoffe und ist länger haltbar. Dafür baut Familie Krostitz Leindotter in Mischkultur mit Hafer an. Die Samen werden dann gemeinsam mit der Hauptfrucht geerntet und aufwendig gereinigt, bevor sie schonend gepresst werden. Leindotteröl hat eine satte gelbe Farbe. Es riecht krautig wie frisch geschnittener Löwenzahn und enthält mit bis zu 60 Prozent einen besonders hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und ein optimales Verhältnis von Omega3- zu Omega-6-Fettsäuren. Verwenden kann man es zum Verfeinern von Salaten, Rohkost und Quark. Außerdem passt es gut zu Fisch, Tofu und Kartoffeln. Jeden Tag ein Löffel davon stärkt die Immunabwehr. Und man kann es sogar zum Einreiben benutzen. Es ist gut für die Wundheilung und lindert auch arthrotische Beschwerden.

Das Mohnöl war für den Familienbetrieb der Einstieg in die Direktvermarktung. Die Öle kann man direkt vor Ort beziehen, aber auch in diversen Online-Shops wie „Marktschwärmer“ sind sie bestellbar. „Unser Ziel ist es, jetzt auch in die Läden zu kommen“, sagt die Landwirtin und wünscht sich mehr regionale Vermarktungskreisläufe. In der Stadt Leipzig gebe es bereits etliche Initiativen. Im ländlichen Raum fehlten diese. Und während die Kunden in Leipzig vor allem junge Familien sind, die auf die Öle vom Hofgut Behlitz gern zurückgreifen, sind es im Umfeld des Hofgutes die älteren Generationen. Silke Krostitz und ihr Mann André Hauptmann-Krostitz stellen jedenfalls einen Trend zu regional erzeugten Produkten fest und wollen ihren Öko-Betrieb weiter ausbauen. Denn die Nachfrage ist da.

Kontakt:
Hofgut Behlitz
An den Fichten 2
04838 Eilenburg OT Behlitz
Tel. 03423 709553
E-Mail: hofgut25@web.de

Ein Beitrag von Naturpark Dübener Heide

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