Tauchen für den Naturschutz

August 2022
Ein Beitrag von Bjarne Riesbeck (Förderverein Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide e.V.)

Karow. Am Wochenende vom 9. und 10. Juli fand der Spezialkurs „Tauchen für den Naturschutz“ im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide statt. Interessierte Taucher konnten dabei Artenkenntnis der vielfältigen Süßwasser-Flora erlangen und die ökologische Gewässerqualität prüfen. Nach einer Theorie-Einheit ging es auch schon zum ersten Tauchgang in den Plauer See bei Alt Schwerin. Begleitet von neugierigen Fluss- und Streifenbarschen wurde unter der Oberfläche die Vegetation kartiert. Nebenbei konnte einiges an Angelzubehör und Plastikmüll aus dem See geborgen werden. Zurück an Land wurde von jeder vorgefundenen Pflanzenart ein Herbar-Nachweis angefertigt.

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Die Sichtbedingungen könnten besser sein. Foto: Silke Oldorff

Lebensraumtypische Arten wie Armleuchteralgen konnten nur vereinzelt gefunden werden. Dafür allerdings umso mehr Störanzeiger wie das Ährige Tausendblatt oder das Kamm-Laichkraut, welche auf einen erhöhten Eutrophierungsgrad hindeuten. Die Gewässerqualität wird auf einer Skala von A bis C bewertet. Hierbei werden Faktoren wie Artenreichtum, Bedeckungsgrad und untere Makrophytengrenze einbezogen. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass es für den Plauer See an dieser Stelle lediglich für ein C+ ausreichte.

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Die Vegetation wird teilweise von Algen überwuchert und erstickt darunter. Foto: Silke Oldorff

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Invasive Muscheln verhindern das Wachstum von Pflanzen. Foto: Silke Oldorff

Der Sonntagmorgen startete mit einem weiteren Tauchgang, diesmal im südlichen Teil des Plauer Sees. In der Seeluster Bucht galt es, sich nicht von den faszinierenden Steinbeißern und versteckten Flusskrebsen ablenken zu lassen.

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Der Steinbeißer steht unter Naturschutz. Foto: Ralf Baumann

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Wegen seiner Tarnung ist der Steinbeißer schwer zu entdecken. Foto: Silke Oldorff

Die Sichtverhältnisse waren besser und die Unterwasser-Vegetation war deutlich üppiger als an dem Tauchspot vom Vortag. Insgesamt erhielt dieser Seeabschnitt ein B-, es gibt also auch hier noch deutliches Verbesserungspotenzial. Als nächstes erfolgt die wissenschaftliche Datenauswertung, welche Silke Oldorff vom Naturpark Stechlin-Ruppiner Land übernimmt.

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Gruppenfoto der Naturschutztaucher kurz vor dem Abtauchen. Foto: Bianca Stapelfeldt

Beim nächsten Treffen der Naturschutztaucher soll der Drewitzer See kartiert werden, angeblich ein Positivbeispiel und Vorzeigesee mit hervorragenden Sichtverhältnissen und weitläufigen Unterwasser-Wiesen von Armleuchteralgen. Dies wird sich zeigen, sobald die Sondergenehmigung für das Betauchen des Naturschutzgebietes eingeholt ist.

Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide umfasst 60 Seen, welche größer als einen Hektar sind. Hier gibt es ein riesiges ungenutztes Potenzial für den Naturschutz und die Wissenschaft in Bezug auf das Monitoring der Süßwasser-Vegetation, die Erfassung von geschützten Arten sowie das Überprüfen der Gewässerqualität. Weitere Interessenten am Naturschutz-Tauchen sind daher immer gern gesehen. In diesem Citizen-Science-Projekt können Bürger gemeinsam mit Wissenschaftlern an der Erforschung unserer heimischen Gewässer mitwirken. Anfragen hierzu können an Bjarne Riesbeck (Bjarne.Riesbeck@lung.mv-regierung.de) als zuständigen Koordinator für die Naturparkregion gerichtet werden.

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Der amerikanische Flusskrebs hat die einheimische Art bereits aus dem Plauer See verdrängt. Foto: Ralf Baumann

Der Förderverein des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide bedankt sich sehr herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit, insbesondere mit dem NABU-Regionalverband Gransee und der Tauchschule Nitrokids in Plau am See.

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Unter einem Steg ziehen Barsche entlang. Foto: Silke Oldorff

Ein Beitrag von Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

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