Gartenschläfermonitoring am Zwercheck

Gartenschläfermonitoring am Zwercheck

Der Naturpark Oberer Bayerischer Wald beteiligt sich wie noch viele andere Naturparke und Naturschutzverbände am Gartenschläfermonitoring.

Im Bereich des Zwerchecks gab es Hinweise durch Kartierungen, dass dort ein Vorkommen in den 1980er Jahren war. Auf dieser Grundlage wurden im Juli Spurentunnel an waagerechte Äste in 1 – 2m Höhe an Bäumen aufgehängt. Doch was sind Spurentunnel? Und was sind Gartenschläfer?

Beim Gartenschläfer handelt es sich um ein Säugetier aus der Familie der Bilche, zu denen auch Siebenschläfer, Baumschläfer und Haselmaus zählen. Der Gartenschläfer ist ohne Schwanz ca. 10 – 17cm groß, wiegt ca. 100g und ernährt sich von Insekten, Würmer, Schnecken, kleine Wirbeltiere, Eier, Früchte und Knospen. Das Verbreitungsgebiet der Gartenschläfer erstreckt sich hauptsächlich in Süd- und Westeuropa aber auch in kleineren Räumen in Südfinnland, Baltikum, Bulgarien, Ukraine und Russland. Entgegen ihrem Namen leben sie überwiegend in Laub- und Nadelwälder, aber auch in Obstgärten oder artenreichen Hausgärten. Die Fortpflanzung findet zwischen Mai und Juli statt. In Mitteleuropa gibt es einen Wurf pro Jahr, in Südeuropa öfters auch zwei. Die Tragzeit beträgt 21 – 23 Tage und ein Wurf umfasst meist 4 -6 Junge. Die Augen öffnen sich nach ca. 18 Tagen, nach etwa 40 Tagen sind die Jungen selbständig und nach einem Jahr geschlechtsreif. Gartenschläfer sind fast ausschließlich nachtaktiv und verbringen den Tag in kugelförmigen Nestern in Baumhöhlen oder Nistkästen aber auch frei im Gebüsch. Die Tiere überwintern in Baumhöhlen, Felsspalten, Gebäuden und Höhlen. Ihr Winterschlaf dauert von Oktober bis April, in Südeuropa nur etwa 2 Monate.

Das Verbreitungsgebiet des Gartenschläfers hat sich die letzten 30 Jahre um ca. 50% verkleinert und ist damit wohl die Nagetierart, deren Bestand sich in Europa am stärksten reduziert hat. Der Grund für den Rückgang ist bisher unbekannt. Aus diesem Grund findet momentan auch ein Monitoring zur Bestandserfassung in 6 Bundesländer in Deutschland statt.

Diese werden regelmäßig noch bis Mitte Oktober alle 2 Wochen auf Spuren untersucht und ausgewertet. Ein Gebiet zum Monitoring liegt im Waldgebiet am Südhang des Zwercheck. Hierzu wurden 25 Spurentunnel in einem festgelegten Gebiet im Abstand von 25m aufgehängt. Spurentunnel sind viereckige Röhren mit ca. 35cm Länge und einer Breite und Höhe von 7cm. Der Boden des Tunnels wird mit einem Holzbrett belegt, das an beiden Enden mit einer schwarzen Paste aus Olivenöl und Eisenpulver bestrichen wird. Der Rest wird mit einem Papierstreifen belegt, der bei der Kontrolle alle 2 Wochen ausgetauscht und auf Fußspuren kontrolliert wird.

Es ist zu hoffen, dass nach Abschluss des Monitorings eine genaue Bestandserfassung möglich ist, um neue Erkenntnisse über den drastischen Individuenschwund an Gartenschläfer zu erhalten.

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Gartenschläfertunnel zum Monitoring

 

Ein Beitrag von Naturpark Oberer Bayerischer Wald

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