Aus der wilden Oberpfalz – alte Geschichten neu erzählt

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(c) Kloster Ensdorf

Früher war nicht nur das Leben ein bisschen härter, auch die Geschichten darüber sind es. Was Franz Xaver von Schönwerth – ein gebürtiger Amberger – im 19. Jahrhundert sammelte, ist noch heute lesens- und hörenswert. Viele Märchen, Sagen und Anekdoten aus der alten Oberpfalz sind heute nahezu vergessen, doch seit ein paar Jahren werden sie wieder belebt.

Mit dabei ist nicht nur die Oberpfälzer Version des Märchens von „Goldmarie und Pechmarie“, sondern z.B. auch das Märchen vom Pudel, dessen ganzer Hofstaat in einen tiefen Schlaf gefallen war und durch den Kuss einer mutigen Jungfrau erweckt wurde – das oberpfälzische „Dornröschen“ quasi. Schönwerth schrieb alles akribisch auf, was ihm die oberpfälzer Dienstboten in München zutrugen oder er selbst bei Studienaufenthalten daheim erfuhr. Und: er beließ es weitgehend bei der ursprünglichen Erzählweise, sogar oft im Dialekt. Er bügelte nichts glatt oder schrieb poetische Reime in die Geschichten hinein, wie das seine Zeitgenossen die Brüder Grimm taten. Gerade das aber macht aus heutiger Sicht seine Sammlung so interessant und authentisch.

Die drei Akteure sind allesamt Bühnenprofis: die Musiker Stefan Huber (Hemau/Lkr. Regensburg) und Koma Lüderitz (München) spielen miteinander und durcheinander insgesamt mindestens zwölf Instrumente. Darunter so seltene wie die Handharmonika, Autoharp, Darabouka, das Baritonsaxophon oder die Schäferpfeife, eine bestimmte Art Dudelsack. Ihnen entlocken sie wahrlich faszinierende Klangmalereien, die musikalisch die wunderbaren Sagen und Anekdoten weitererzählen.

Für den sprachlich-erzählerischen Part ist Agnes O. Eisenreich zuständig. Sie war lange Jahre als Redakteurin und Moderatorin bei OTV und ist jetzt als Redakteurin bei der BR-Abendschau beschäftigt. Schon einige Jahre hat sie sich mittlerweile auseinandergesetzt mit alten Sagen aus Ostbayern, die noch den Atem vergangener Zeiten spüren lassen. Das Leben und Denken der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert, ihr schwerer Alltag, ihre Hoffnungen und Ängste werden sehr konkret und erfahrbar. Und so manche Geschichte, die durch die Brüder Grimm bekannt wurde, hat eine ganz eigene, rauhe Fassung in unserer altbayerischen Region. Ein sagenhafter Abend ganz besonders für Erwachsene!

22.01.2016, 19:30
Ort: Stadtbibliothek Amberg

 

Ein Beitrag von Naturpark Hirschwald

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