Dialog am Stechlin brachte Wissenschaftler und Naturschützer zusammen

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Prof. Manfred Stock vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung referierte über den Klimawandel

Um Umweltproblemen wie dem Klimawandel oder dem Verlust der Artenvielfalt zu begegnen, braucht es das Engagement aller Beteiligten. Inwieweit die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wissenschaft und Naturschutz dazu beitragen kann, darüber wurde Ende Oktober beim Dialog am Stechlinsee diskutiert. Die vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Zusammenarbeit mit dem Naturpark initiierte Veranstaltung richtete sich an Vertreter aus Forschung, Politik und Praxis, aber auch an interessierte Bürger. Der drohende Verlust bekannter Arten wie Otter und Schellente oder die Auswirkungen des Klimawandels auf Flüsse und Seen erregen immer wieder öffentliche Aufmerksamkeit. Zahlreiche kleinere Organismen, die ebenso betroffen sind, geraten hingegen oft aus dem Blickfeld. Sie alle sind jedoch untrennbar miteinander verbunden. Die zurückliegenden Prozesse sind meist so komplex, dass Schutzmaßnahmen allein nicht immer zum Erfolg führen. Um Lebensräume sowie seltene Tier- und Pflanzenarten künftig besser schützen zu können, braucht es deshalb ein grundlegendes Verständnis. Dabei greifen ökologische Forschung und praktischer Naturschutz immer wieder ineinander.

Anlass genug für die Initiatoren des ersten Dialogs am Stechlinsee, sich dem Thema Naturschutz und wissenschaftliche Forschung – Perspektiven der Zusammenarbeit anzunehmen. “Mit der Veranstaltung wollen wir Verständnis für die Perspektiven des jeweils anderen wecken, Vorbehalte ausräumen und Kooperationen fördern, von denen Naturschutz und Wissenschaft profitieren!”, erklärte Dr. Peter Casper, einer der Organisatoren des Dialogs und Wissenschaftler am IGB in Neuglobsow. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse könnten beispielsweise dem Naturschutz helfen, bei seiner Arbeit bessere Erfolge zu erzielen. Umgekehrt versprechen sich die Wissenschaftler vom Naturschutz neue Impulse für die Umweltforschung. In jedem Fall würde von der Partnerschaft die Natur profitieren.

Den Auftakt bildete am Abend des 24. Oktobers ein Vortrag im Kurt Tucholsky Literaturmuseum im Schloss Rheinsberg. Prof. Manfred Stock vom Potsdamer Institur für Klimafolgenforschung sprach über den Klimawandel und stellte sich anschließend der öffentlichen Diskussion. Der darauffolgende Samstag bot eine Reihe abwechslungsreicher Vorträge im Stechlinsee-Center Neuglobsow. Zu den Referenten gehörten u.a. Prof. Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut auf Sylt, Prof. Vera Luthardt von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Prof. Josef H. Reichholf von der Technischen Universität München und Dr. Rüdiger Mauersberger vom Naturschutzgroßprojekt Uckermärkische Seen. Auch Wissenschaftler des IGB beteiligten sich aktiv, darunter Prof. Klement Tockner, Direktor des Instituts.

Naturschutz hautnah erleben mit Projektleiter Michael Zauft konnten die Teilnehmer am Sonntag, dem 26. Oktober, bei einer geführten Exkursion in das Gramzow-Seengebiet nahe Fürstenberg/Havel, das im EU-Life Projekt Kalkmoore integriert ist.

Mit dem Dialog am Stechlinsee begründete das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei eine neue Veranstaltungsreihe, die das traditionelle Stechlin-Forum fortsetzt und den Dialog am Müggelsee sowie den Dialog am Arendsee ergänzt. Allen Veranstaltungen gemein ist das Anliegen, aktuelle Themen aus Wissenschaft und Praxis mit Fachleuten und Bürgern aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

 

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Prof. Mark Gessner, Abteilungsleiter im IGB und Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung

 

 

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