8. Dialog am Stechlin gut besucht

“Fische, Fischerei und Seen” im Wandel war das Thema der gemeinsam vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Neuglobsow und dem Naturpark organisierten Veranstaltung.

Mehr als 100 Besucher waren der Einladung zum 8. Dialog am Stechlin ins Stechlinsee-Center in Neuglobsow gefolgt.

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Mark Gessner gibt einen Überblick zum aktuellen Zustand des Stechlin.

Der amtierende Direktor des IGB berichtete über den aktuellen Zustand des bedeutendsten Klarwassersees im Naturpark. Worte wie “Teufelskreis” und “rasante Eutrophierung” beschreiben die dramatischen Veränderungen, die sich im Stechlin vom einst oligotrophen (nährstoffarmen) zum heute eutrophen (nährstoffreichen) See vollzogen haben.

Olaf Selz aus der Schweiz zeigte auf, wie sich seit der letzten Eiszeit in den Schweizer Voralpenseen 36 Maränenarten entwickelt haben, von denen heute noch 26 vorkommen. Auch im Stechlin hat sich mit der Fontane-Maräne nach der letzten Eiszeit eine eigenständige Art entwickelt, die nur in diesem See vorkommt und damit die Verantwortungsart des Naturparks ist.

Thomas Mehnert referierte über 40 Jahre fischereiliche Forschung im Stechlinseegebiet. Fischereiwissenschaftler gehen davon aus, dass im 430 ha großen Stechlin ca. 77 Tonnen Kleine Maränen leben und ca. 80% der Fischbiomasse des Sees ausmachen. Mehnert befürchtet, dass der zunehmende Sauerstoffmangel in der Tiefenzone infolge der Eutrophierung zu einem Existenzproblem für die dort lebende Fontane-Maräne werden könnte.

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Rainer Böttcher berichtete aus seiner fischereilichen Praxis am Stechlin.

Rainer Böttcher, Fischer am Stechlin, berichtete das sein Sohn Martin bereits Fischer in 4. Generation am Stechlin ist. Mit Adolf, Rainer und Martin waren drei Fischer-Generationen der Familie Böttcher zur Tagung anwesend.

Uwe Brämick vom Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow gab einen Überblick über die Binnenfischerei auf Welt-, Europa- und Deutschland-Ebene. Mehr als 50% des bundesweiten Fangs in der Binnenfischerei wird in Brandenburg angelandet. Das Berufsbild des Fischers wandelt sich in der Neuzeit. Während früher fast ausschließlich der Fischfang dominierte, gehören heute zunehmend Produktveredlung, Handel, Verkauf von Angelkarten als auch Urlaub auf dem Fischerhof zu den Standbeinen der märkischen Fischereibetriebe.

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Malwina Schaft referiert über Möglichkeiten einer nachhaltigen Angelfischerei.

Malwina Schaft und Robert Arlinghaus zeigten auf, welche Bedeutung die Angelfischerei heute in Deutschland hat. Ziel ihrer Untersuchungen ist ein nachhaltiges Management von Angelgewässern zu etablieren.

Bereits am Freitag wurde 60 Jahre limnologische Forschung am Stechlin gefeiert. In einer angeregten Podiumsdiskussion berichteten “Urgesteine” der limnologischen Forschung über die Anfänge ihrer wissenschaftlichen Arbeit am Stechlin. Beim anschließenden Sektempfang war ausreichend Gelegenheit für einen breiten Austausch mit den Ehemaligen.

 

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