Pflanzprojekt Offenlandschaft Menz

Neben alten Apfelsorten wie Geheimrat Dr. Oldenburg oder Kaiser Wilhelm wurden im Dezember und Januar zwischen Menz und Dollgow im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land Birnenbäume der Sorten Prinzessin Marianne und Gute Graue, Pflaumen und andere Gehölze gepflanzt.

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Mit dem Pflanzlochbohrer wurden die Pflanzlöcher vorbereitet.

Entlang der sogenannten Stege, dem Ortsverbindungsweg von Menz nach Dollgow, werden in den kommenden Jahren auf 700 Metern Länge insgesamt 58 neue Obsthochstämme mit alten Sorten aus dem „Genressourcenprojekt Streuobst“ des Naturparks wachsen. Zudem wurde in unmittelbarer Nähe eine 750 Meter lange und sechs Meter breite Hecke aus Sträuchern und Heistern wie zum Beispiel Hunds-Rose, Hartriegel und Hasel sowie Wildapfel und Feldahorn gepflanzt sowie ein blüten- und insektenreicher Waldsaum neu angelegt.

Frank Rumpe vom Biohof Kepos in Altglobsow realisiert die Pflanzungen an einem bei Spaziergängern beliebten Weg. Die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg stellt dem Biohof hierfür Fördermittel in Höhe von 55.222 Euro aus Ersatzzahlungen zur Verfügung. Die Förderung beinhaltet auch eine dreijährige Pflege wie zum Beispiel das Gießen oder den Erziehungsschnitt der Bäume. Der Landschaftspflegeverein Norduckermärkische Seenlandschaft e.V. nimmt die Pflanzungen vor und pflegt sie.

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Dreireihige Hecke mit 750 m Länge

Eine solche Allee aus Obstbäumen sieht besonders zur Blütezeit einfach toll aus und bietet Lebensraum und Nahrung für viele bedrohte Insekten und Vogelarten“, sagt Frank Rumpe. Schon in einigen Jahren finden sich die ersten Früchte des Pflanzprojektes dann in der Auslage seines Hofladens in Altglobsow.

Die neu angelegte Hecke dient Zauneidechsen und Amphibien als Unterschlupf. Sie ist außerdem Refugium für Kleinsäuger wie Igel oder Marder, für Vögel wie Neuntöter, Goldammer oder Rebhuhn und viele Insektenarten. Als Wanderkorridore haben Hecken für viele Tiere der Agrarlandschaft eine wichtige Bedeutung. Auch Fledermäuse orientieren sich im Flug an solchen Strukturen. Die Landwirtschaft profitiert, da die Hecke die benachbarten Ackerflächen vor Winderosion schützt. Eine Infotafel am Wanderweg erläutert den Nutzen der Pflanzungen und die davon profitierenden Arten näher.

Angeregt hatte das Projekt die Verwaltung des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land. „Die Pflanzungen sind Teil unserer Bemühungen, die Vielfalt alter und regional typischer Obstsorten zu erhalten und wieder zu vermehren“, erklärt Naturparkleiter Mario Schrumpf. Mehr als 2.500 Bäume dieser alten Streuobstsorten wurden im Naturpark inzwischen wieder in die Erde gebracht. „Das ist biologische Vielfalt, die man schmecken kann und die den Menschen nutzt. Viele Allergiker haben zum Beispiel Probleme mit gängigen Supermarktsorten. Die Forschung zeigt, dass traditionelle Sorten verträglicher sind“, so Schrumpf.

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Die Obstbaumreihe mit Hochstämmen aus dem Genressourcenprojekt.

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