Projekt zum naturkundlichen Tauchen im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land erhält Deutschen Naturschutzpreis 2013

Strategische Allianz von Naturschützern und Sporttauchern will Schutz der Klarwasserseen der Norddeutschen Tiefebene verbessern

Das Projekt “Tauchen für den Naturschutz“ erhielt am 30. August einen von drei Förderpreisen, verbunden mit einem Preisgeld von 96.350 Euro. Die Idee des innovativen Projektes des NABU Regionalverband Gransee ist es, Sporttaucher als Helfer für den Schutz von Gewässern in Brandenburg und im südlichen Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen. Die elfköpfige Jury des Deutschen Naturschutzpreises 2013 unter dem Vorsitz der Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel, würdigte das Projekt als beispielhaft, weil es Sport und Naturschutz im gemeinsamen Interesse am Erhalt von Gewässern zusammenbringt.

Im Jahr 2006 nahm der Tauchclub Nehmitzsee e. V. (TCN) mit der Verwaltung des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land und dem NABU Kontakt auf und bot seine Mithilfe beim Schutz der gefährdeten Klarwasserseen im Norden Brandenburgs an. Die Idee, dass Sporttauchen nach botanischer Schulung bereit und in der Lage sind, den Erhaltungszustand von Klarwasserseen anhand ihrer Unterwasservegetation kartieren zu können, eröffnete beiden Seiten neue Möglichkeiten. Was für die beteiligten Sporttaucher die Aussicht war, in Seen, in denen das Tauchen durch die Naturschutzgebietsverordnung verboten ist, in reglementiertem Rahmen wieder tauchen zu dürfen, war für die Naturschützer die Aussicht, endlich aktuelle Aussagen zu bekommen, warum es vielen Seen in Schutzgebieten zunehmend schlechter geht.

Im Rahmen des EU-Life-Projektes Stechlin des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land wurden durch die Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie (GNL) nach der Methode von SPIEß und BOLBRITNTZER (2001) dauerhaft markierte Transekte im Stechlin-, Nehmitz- und Kölpinsee eingerichtet. Nach ersten Schulungen durch Dr. Spieß (GNL) begannen die ersten Tauchgänge und das Projekt nahm seinen Anfang.

In diesem Jahr lautete das Motto des Deutschen Naturschutzpreises „Lebensraum Wasser – Vielfalt entdecken, erleben, erhalten“. Gesucht wurden Projektideen, die die Vielfalt und Bedeutung der Natur im, am und auf dem Wasser aufzeigen sowie neues Naturerleben schaffen. Unter 14 Finalisten ging das Tauch-Projekt als eines der drei besten hervor. Die Jury begründete ihre Wahl unter anderem mit dem großen Vermittlungspotenzial zwischen den Tauchern als Nutzer der Gewässer und dem Naturschutz.

Viele Klarwasserseen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind gefährdete Lebensräume, weil sie zunehmend mit Nährstoffen überfrachtet werden. Dadurch nimmt die Transparenz des Wasser ab und typische Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Im Rahmen des Projektes soll ein Netzwerk „Tauchsport und Seenschutz Mecklenburgische Seenplatte“ entstehen. Sporttaucher der Region werden im naturkundlichen Tauchen geschult. Es geht darum, den Zustand der Unterwasservegetation der Seen einschätzen, um bedenkliche Veränderungen früher erkennen und melden zu können. Geplant ist zudem die Veröffentlichung eines Buches als Handlungsanleitung zum naturkundlichen Tauchen. Es soll als Grundlage dienen, damit auch in anderen Regionen Deutschlands ähnliche Initiativen von Naturschützern und Tauchsportlern entstehen können.

 

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